Das Kreuz offen tragen

Die Firmung – Bestärkung im Glauben

Die Firmung ist das Sakrament der Stärkung und Vollendung der Taufgnade. Während die Taufe das neue Leben in Christus schenkt, befähigt die Firmung den Getauften, dieses Leben aktiv zu bezeugen. Der Begriff „Firmung“ leitet sich vom lateinischen confirmatio ab – „Bestätigung“, „Befestigung“ –, was die Bedeutung des Sakraments als Stärkung des Glaubens unterstreicht1.

Biblische Wurzeln

Die Ursprünge der Firmung liegen im Pfingstereignis (Apg 2), bei dem der Heilige Geist in Feuerzungen auf die Apostel herabkam2. Auch in der Apostelgeschichte ist mehrfach von der Handauflegung die Rede, durch die der Heilige Geist gespendet wurde (Apg 8,14–17). Diese Praxis wurde in der frühen Kirche übernommen und entwickelte sich zur sakramentalen Handlung der Firmung3.

Symbolik und Vollzug

Das zentrale Zeichen der Firmung ist die Salbung mit Chrisam – einem geweihten Öl –, begleitet von der Handauflegung und den Worten: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“ Die Salbung steht für Kraft, Erwählung und Sendung. In der römisch-katholischen Kirche wird die Firmung gewöhnlich durch den Bischof gespendet, um die Verbindung zur apostolischen Sukzession zu verdeutlichen4.

Firmung und Mündigkeit

In der westlichen Kirche wird die Firmung in der Regel Jugendlichen gespendet, um ihre persönliche Entscheidung für den Glauben bewusst zu bekräftigen. Dennoch bleibt das Sakrament – wie alle Sakramente – vor allem eine Gabe Gottes. Es macht den Gefirmten zu einem „mündigen Christen“, der für den Glauben eintritt, ihn lebt und verteidigt. In den Ostkirchen hingegen wird die Firmung unmittelbar nach der Taufe gespendet, auch bei Säuglingen – als Ausdruck der Einheit von Taufe, Firmung und Eucharistie5.

Quellen

  1. Katechismus der Katholischen Kirche (KKK), Nr. 1285. [Online-Version]
  2. Apostelgeschichte 2,1–4 (Pfingstereignis). [Bibeltext]
  3. Apostelgeschichte 8,14–17 (Handauflegung). [Bibeltext]
  4. Katechismus des Konzils von Trient, Teil II, Kap. 3 „Über das Sakrament der Firmung“. [Digitalisat von 1863]
  5. Liturgische Texte der byzantinischen Tradition, z. B. im Typikon der Göttlichen Liturgie nach Johannes Chrysostomos. Vgl. auch: Archimandrit Job Getcha, The Orthodox Church, Verlag SVS Press 2012, S. 80 ff. [Verlagslink]
 
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