Das Kreuz offen tragen

Zeiträume der Kirchengeschichte

Wie konnte aus einer kleinen jüdischen Sekte eine weltumspannende Religion werden? In diesen Kapiteln werfen wir einen - notgedrungen sehr zusammenfassenden - Blick auf Zeiträume, deren Einteilung wir aufgrund historischer Zäsuren für sinnvoll erachten. Der Bogen spannt sich von den Anfängen bis zur Renaissance und endet bewusst vor der Reformation.

Die Kapitel zeigen, wie sich das Christentum ausbreitete, welche großen Gebiete sich durch die Frohe Botschaft Jesu begeistern ließen, so dass am Ende des 6. Jahrhunderts das Kreuz von Trier über Arles, in die Türkei, Ägypten, Tunesien, Äthiopien und Armenien für Hoffnung und Zuversicht stand.

Bis zum Jahr 630

hat sich das Christentum über weite Teile Europas, Nordafrikas und des Nahen Ostens verbreitet. Es ist eine urbane Religion mit starken kulturellen und intellektuellen Zentren, aber sie dringt auch allmählich in ländliche Regionen vor. Mönchtum, Liturgie, Schulen und karitative Einrichtungen prägen zunehmend das gesellschaftliche Leben.

Die Zerrissenheit

In allen Zeiten waren Menschen zerrissen. In allen Zeiten fasste der Kopf die Seele nicht.

Mein Kopf, oh Herr, fasst meine Seele nicht.
Wo meine Seel’ ist, Herr, das weiß ich nicht.
Denn in dem großen Weltgericht,
herrscht Wirren, Wut und Sinnverzicht.

Ich seh’, wie wenig ich versteh’
und wenn ich wirklich in mich geh’
so möcht’ ich rennen, laufen, fliehn’,
hab’ keine Zeit, vor Dir zu knien.

Oh, diese Angst, die uns von allen Seiten
aus West, aus Ost, aus allen Weiten
ergreift und lähmt und ängstlich macht!
So, Herr, war Eden nicht gedacht.

Drum bleibt’s: Mein Kopf fasst meine Seele nicht.
Wo meine Seel’ ist, Herr, das weiß ich nicht.


Als ab ca. 620

die gewaltsame Ausbreitung des Islam beginnt, fallen die blühenden Zentren der Christenheit im Nahen Osten und Nordafrika.
Als Reaktion entstand ab etwa dem Jahr 1000 im fränkischen Glaubensraum die Überzeugung, dieser Aggression entgegentreten zu müssen und das "Heilige Land" zu befreien. Wir zeigen detailliert, wie diese Versuche teils gelangen, teils völlig außer Kontrolle gerieten und schließlich vor Akkon scheiterten. Hierzu die ausführliche Beschreibung der verschiedenen Kampagnen zwischen 1096 und 1291. Ein Kapitel widmen wir der Befreiung der iberischen Halbinsel von maurischer Herrschaft und - als interessantes Zeitdetail - der besonderen Rolle des Ablasshandels bei der Entstehung des Petersdoms.

Im Abendland erweitern sich die theologischen Diskussionen um die Frage der Priorität. Wer beherrscht die Welt? Geistliche Erneuerung und politische Macht geraten in ein fast unlösbares Spannungsfeld. Die 'Scholastik' versucht, Glaube mit Vernunft, Theologie mit Logik zu verbinden. Das Papsttum war zu einer transnationalen Ordnungsmacht herangewachsen.

Ab etwa 1300

entstehen tiefgreifende Umbrüche. Verschiedene innerkirchliche Strömungen konkurrieren um Einfluss, das große abendländische Schisma spaltet das Christentum. Die Renaissance bringt mit dem Typus des Papstes und der Bischöfe als - auch - weltliche Herrscher stark welt- und machtpolitische Einflüsse in das höchste Amt der Kirche.

Dies ist ein Überblick - ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Wer sich tiefer mit dem Thema "Geschichte des Christentums" befassen will, dem seien die nebenstehenden Werke empfohlen.

Geschichte des Christentums

Von einer kleinen jüdischen Sekte zu einer weltumspannenden Religion? Wie war so etwas möglich? Dies fragten sich nicht nur die römischen Kaiser, die schließlich - unter Kaiser Theodosius - 380 das Christentum zur Staatsreligion erhoben.


Hier unten haben wir einige der wichtigsten Bücher und Veröffentlichungen zur "Geschichte des Christentums" zusammengestellt:

Zentrale Werke zur
Geschichte des Christentums

Die Geschichte des Christentums ist ein eigenständiges Forschungsfeld innerhalb von Theologie und Geschichtswissenschaft. Die folgenden Werke gelten als besonders einflussreich, quellenbasiert und fachlich anerkannt:

  • Hubert Jedin: Handbuch der Kirchengeschichte (mehrbändig). Ein katholisches Standardwerk mit hoher historischer Präzision und breiter Quellenbasis. [Verlag]
  • Arnold Angenendt: Das Christentum im Mittelalter. Differenzierte Darstellung von Frömmigkeit, Liturgie und kirchlicher Praxis jenseits bloßer Machtgeschichte. [Verlag]
  • Peter Brown: Die Entstehung des christlichen Europa. International anerkanntes Werk zur Spätantike und frühen Ausbreitung des Christentums. [Verlag]
  • Hans Küng: Das Christentum – Wesen und Geschichte. Weit verbreitete Gesamtdarstellung mit ökumenischer Perspektive (theologisch nicht in allen Punkten kirchlich bindend). [Verlag]
  • Joseph Ratzinger (Benedikt XVI.): Einführung in das Christentum. Kein reines Geschichtswerk, aber grundlegend für das Verständnis der inneren Logik christlicher Glaubensentwicklung. [Verlag]
  • Adolf von Harnack: Lehrbuch der Dogmengeschichte. Historisch prägend für die Erforschung früher Lehrentwicklungen, heute vor allem als Referenz- und Vergleichswerk relevant. [Online-Ausgabe]

Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, bietet jedoch eine belastbare Grundlage für das Verständnis der geschichtlichen Entwicklung des Christentums von der Antike bis in die Neuzeit.

 
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