"> "> "> Katholische Gebete für Alltag, Not und Hoffnung

Das Kreuz offen tragen

Gebete – Worte, die verbinden

Manchmal muss ich lachen. Wenn wieder mal jemand sagt, dass Meditation ja so wichtig sei. Ehrlich – ist Meditation nicht ein anderes Wort für Beten? Aber halt – nicht ganz! Meditation ist ein Blick nach innen. Ins Ich mit dem Ziel, genau dieses Ich zu überwinden. Aber da ist kein Gegenüber.

Beten hingegen ist Beziehung. Ein inniges Gebet ist ein ehrliches, offenes Gespräch mit Gott. Wer betet, tritt in Verbindung – mit dem Vater, mit dem Sohn, mit dem Heiligen Geist. Manchmal erkennt der Betende sogar das Gegenüber. Je nach Tiefe deutlich, mal figurativ, mal als Quelle wärmender Kraft, mal als Erkenntnis. Und manchmal auch – als gar nichts. Denn beten erhebt keinen Anspruch auf Antwort. Es ist ein sich Öffnen – und so gesehen doch wieder Meditation.

Wir haben Gebete aus der Öffentlichkeit verbannt – und unsere Seelen abgeschottet vor Gott.

Nicht wenige Menschen kennen unsere Gebete überhaupt nicht mehr. Und sie scheuen sich, zuzugeben, dass sie schon beim „Vater unser“ stolpern, beim Glaubensbekenntnis aussetzen und das „Gegrüßet seist Du Maria“ nur mal so gehört haben – vielleicht. Das ist keine Schande, kein Makel. Unsere Gesellschaft hat schon längst auf Tischgebete verzichtet, schon gar auf Gebete im Kindergarten oder der Schule. Dieser Verzicht ist tragisch, entzieht er Menschen doch die Möglichkeit, in Kontakt zu treten mit dem liebenden Gott.

Also: Hier sind einige der wichtigsten Gebete. Viele haben eine lange Tradition. Sie sind über Jahrhunderte hinweg gewachsen, getragen von Generationen von Gläubigen. Andere sind schlichter, persönlicher – Worte für unterwegs, für einen Moment der Stille, für ein kurzes Innehalten.

Gebete u.a. für Familien, für und mit Kindern, um Gnade, für Erkrankte.

Das hier ist nur eine Auswahl. Nicht, weil andere Gebete weniger wert wären, sondern weil die hier aufgezählten Gebete für viele Christen ein gemeinsames Fundament bilden.

Christliche Gebete sind Worte der Beziehung zu Gott – überliefert aus der Heiligen Schrift, der Liturgie und dem persönlichen Glauben.

Woher stammen unsere Gebete?

Das Vater unser stammt direkt aus dem Munde Jesu. Es ist das Gebet, das er seinen Jüngern lehrte – überliefert bei Matthäus und Lukas.

Andere Gebete sind liturgisch gewachsen – etwa das Gegrüßet seist du, Maria, das aus dem Gruß des Engels Gabriel (Lk 1,28) und den Worten Elisabeths (Lk 1,42) zusammengesetzt wurde.

Das Gloria stammt aus der Liturgie der frühen Kirche und ist ein Loblied auf die Herrlichkeit Gottes – inspiriert von der Engelsverkündigung an die Hirten (Lk 2,14).

Auch das Glaubensbekenntnis ist eine liturgische Form, die sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelte – teils als Taufbekenntnis, teils als Abgrenzung gegen Irrlehren.

Viele persönliche Gebete entstanden in Klöstern, von Heiligen oder einfachen Gläubigen. Die Litanei der Demut etwa wird Kardinal Merry del Val zugeschrieben – einem engen Mitarbeiter von Papst Pius X.

Auch der heilige Pater Maximilian Kolbe hat Gebete hinterlassen. Besonders bekannt ist sein Weihegebet an Maria, das viele Gläubige bis heute beten:

„O Unbefleckte, meine Königin, meine Mutter, ich gebe mich dir ganz hin ...“
 
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